Geschichte

Entstehung Ortsname

Im Jahre 1248 wurde unser Dorf das erste Mal in der Solothurner Geschichte unter dem Namen Reicherswile erwähnt. 1278 folgte die Nennung unter Richerswile und 1376 Richardswil. Erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erfolgten die Eintragungen unter dem heutigen Namen Recherswil.


Alemannische Siedlung

Gemäss der Geschichte war unser Dorf zu dieser Zeit eine alemannische Siedlung. Twing und Bann (niedere Gerichtsbarkeit) von Recherswil wurde durch die Edelknechte von Halten und später durch die Rittersfamilie von Spiegelberg gehalten. Durch den Verkauf der Herrschaft Halten wechselte Twing und Bann nach Solothurn.

 
Das Bauerndorf

Um die Jahrhundertwende war Recherswil ein ausgesprochenes Bauerndorf. Urkundlich kann festgestellt werden, dass am 20. Januar 1884 die erste Käsereigenossenschaft von 26 Mitgliedern gegründet worden ist.

Während der Krisenzeit der Dreissiger Jahre erhöhte sich der Bestand der Milchlieferanten im Jahre 1936 auf 41. Durch Aufgabe der Nebenerwerbs-Landwirtschaft verringerte sich die Zahl der Mitglieder in den folgenden 40 Jahren auf 11.

Im Zuge der unumgänglichen Motorisierung und Rationalisierung wurde in der Landwirtschaft die Pferdehaltung ganz aufgegeben.

Ein idyllisches Bauerndorf war Recherswil bis ca. 1900 und zählte 860 Einwohnerinnen und Einwohner. Die meisten Dorfbewohner lebten von der Arbeit in einem oder im eigenen Landwirtschaftsbetrieb. Im Wandel der Zeit entwickelte sich Recherswil vom Bauerndorf zu einem Arbeitnehmerdorf. Durch die Ansiedlung von Industrie Unternehmungen in Gerlafingen, Biberist, Derendingen, Zuchwil und Solothurn erfolgte die Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes bzw. Nebenbetriebes und die Einwohnerinnen und Einwohner fanden Arbeit in der näheren Umgebung.

 
Verkehrsmittel

Ursprünglich erreichten die Arbeitnehmer ihre Arbeitsplätze zu Fuss, nach und nach per Velo. Schwieriger war der Arbeitsweg nach Zuchwil und Solothurn, misst doch die Strecke rund 10 km. Man suchte nach einem öffentlichen Verkehrsmittel. So entstand im Jahre 1919 ein Projekt für den Bau einer Schmalspurbahn Solothurn - Recherswil. Am 2. Oktober 1919 wurde für dieses Projekt vom Bund die Konzession erteilt. Die veranschlagten Baukosten betrugen 3,3 Mio Franken. Zufolge schlechter Wirtschaftslage wurde die Bahn nicht gebaut.
Die benötigte Verkehrserschliessung von Recherswil erfolgte im Jahre 1930 durch die Einführung einer Autobusverbindung nach Solothurn, welche noch heute besteht. Kostenträger waren vorwiegend die Gemeinden.

 
Die Entwicklung - eine hochstehend ländliche Wohnkultur

Im Zuge der Weiterentwicklung unseres Dorfes erfolgte eine weitere Reduktion der vorhandenen Landwirtschaftsbetriebe. Die Entwicklung zum Arbeitnehmerdorf nahm ihren Lauf und hält bis heute an. Aus dem damaligen Bauerndorf ist aus Recherswil inzwischen ein Dorf entstanden welches Sorge trägt zur Aufrechterhaltung des Dorfcharakters und zur Sicherstellung einer hochstehenden ländlichen Wohnkultur.

Viele Recherswilerinnen und Recherswiler haben ihren Traum, Besitzer eines Eigenheimes zu sein, in unserem Dorf realisieren können. Rückblickend auf die letzten Jahre wurde ein Bevölkerungszuwachs festgestellt. Die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner hoffen, dass die eingeschlagene Richtung für die Entwicklung unseres Dorfes weiter anhält und der in der heutigen Zeit so nötige Erholungsraum in der Zukunft erhalten bleibt.


Bedeutende Bauwerke

1925 - 1930
Drainage im Jäggenwald


1940
Gründung der Flurgenossenschaft  
 
 
1941-1951
Güterzusammenlegung mit Oeschkorrektur und Drainagen

 
Bis 1962
Wasserversorgung durch die 3 noch bestehenden Brunnengenossenschaften Rabizoni, Unterholz und Recherswil-Kriegstetten-Oekingen  
 
1962
Anschluss an die Wasserversorgung Grenchen 
 
1963
Gründung Flurgenossenschaft Nationalstrasse Beginn Kanalisation

1965
Eröffnung Autobahn 
 
1974
Auflösung Flurgenossenschaft Nationalstrasse 

1978
Anschluss an die Gemeinschaftsantennenanlage Weissenstein

1980
Lärmschutzwand Autobahn